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All IPCC definitions taken from Climate Change 2007: The Physical Science Basis. Working Group I Contribution to the Fourth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change, Annex I, Glossary, pp. 941-954. Cambridge University Press.

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Mythen zerschlagen: Eine praktische Anleitung dem Leugnen wissenschaftlicher Erkenntnisse zu begegnen

The ConversationEs sollte selbstverständlich sein, dass uns die Wissenschaft vorgibt, wie wir dem Leugnen von wissenschaftlichen Erkenntnissen begegnen sollen.  Was sagt uns also die Forschung dazu?

Eine effektive Methode, den Einfluss des Leugnes wissenschaftlicher Erkenntnisse zu verringern, ist mittels einer "Immunisierung": man kann Widerstandskräfte gegenüber Falschinformationen aufbauen, in dem man Menschen einer abgeschwächten Form der Falschinformation aussetzt.

Wie können wir das praktisch erreichen? Es gibt zwei entscheidende Elemente beim Widerlegen falscher Informationen. Die eine Hälfte einer Widerlegung ist das Anbieten einer auf Tatsachen beruhenden Alternative. Um zu verstehen, was damit gemeint ist, muss man verstehen, was beim Korrigieren einer Fehlinformation im Gehirn eines Menschen passiert.

Wir erstellen uns geistige Modelle, um besser zu verstehen, wie die Welt funktioniert. Darin greifen die verschiedenen Teile des Modells wie Zahnräder ineinander. Stellen Sie sich vor, eines dieser Rädchen ist eine Fehlinformation. Sobald man erklärt, dass es sich um falsche Infos handelt, entfernt man dieses Rädchen und hinterlässt dadurch eine Lücke im geistigen Modell.

Mit unvollständigen Modellen fühlen wir uns aber unwohl. Wir möchten das Gefühl haben, dass wir verstehen, was passiert. Wenn also eine Lücke entsteht, muss diese Lücke durch eine alternative Tatsache gefüllt werden.

So reicht es zum Beispiel nicht aus, nur Beweise für die Unschuld eines Verdächtigen in einem Mordprozess anzubringen. Um seine Unschuld zu beweisen - zumindest in der Vorstellung der Leute - muss man einen anderen Verdächtigen präsentieren können.

Es reicht jedoch nicht aus, nur die Fakten zu erklären. Die goldene Regel des Widerlegens aus dem Buch Made To Stick von Chip und Dan Heath besagt, dass man eingängige Fehlinformationen ("sticky myths") mit noch eingängigeren Fakten ("stickier facts") bekämpfen muss. Man muss also seine Forschung eingängig machen, mit einfachen, konkreten Informationen, die Aufmerksamkeit hervorrufen und im Gedächtnis hängen bleiben.

Wie aber kann man Wissenschaft eingängig darstellen? Chip und Dan Heath schlagen die Abkürzung SUCCES vor, um die Merkmale eingängiger Forschung zusammenzufassen:

  • Simple (Einfach): Um ein Zitat des Nobelpreisträgers Ernest Rutherford umzuformulieren: wenn Sie ihre Physik nicht einfach erklären können, dann ist es wahrscheinlich keine besonders gute Physik.

  • Unexpected (Unerwartet): Wenn ihre Forschung nicht besonders eingängig ist, machen Sie sich das zu Nutze! Setzen Sie das Unerwartete dazu ein, die Leute zu überraschen.

  • Credible (Glaubwürdig): Idealerweise sollten Ihre Informationen aus der zuverlässigsten Quelle überhaupt stammen: der begutachteten wissenschaftlichen Literatur.

  • Concrete (Konkret): Eines der mächtigsten Mittel, um abstrakte Wissenschaft erfassbar zu machen, sind Analogien und Metaphern.

  • Emotional (Emotionen): Wissenschaftler sind darauf trainiert, Emotionen aus ihren Forschungen zu entfernen. Wissenschaftler sind aber auch Menschen und es kann sehr überzeugend sein, wenn sie ihre Leidenschaft für die Forschung offen zeigen oder ausdrücken, welche Auswirkungen ihre Ergebnisse auf sie selber haben.

  • Stories (Geschichten): Erzählen Sie über Ihre Forschung in einer überzeugenden Geschichte.

Mythen zerschlagen

Gehen wir davon aus, dass Sie es durch harte Arbeit hinbekommen haben, Ihre Forschung in eine einfache, konkrete und eingängige Botschaft zu packen. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben die Hälfte geschafft! Zusätzlich zur Erklärung, weshalb die Fakten stimmen, müssen Sie auch erklären weshalb die Mythe falsch ist. Es gibt allerdings eine psychologische Gefahr, vor der man sich beim Widerlegen von Fehlinformationen in Acht nehmen muss.

Wenn Sie eine Mythe erwähnen, wird sie für Ihre Zuhörer oder Leser bekannter. Je vertrauter Personen mit einer Information sind, desto mehr denken sie, dass sie wahr ist. Man riskiert also einen "Bumerangeffekt des Vertrauten", wodurch sich die Mythe im Kopf der Leute verfestigen kann.

Es gibt einige einfache Techniken, diesen Bumerangeffekt des Vertrauten zu vermeiden. Als erstes muss der Schwerpunkt auf die Fakten anstatt die Mythe gelegt werden. Beginnen Sie mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Sie mitteilen möchten und nicht mit der Mythe. Unglücklicherweise folgen die meisten widerlegenden Artikel der schlechtesten aller möglichen Herangehensweisen: sie wiederholen die Fehlinformation in der Überschrift.

Als zweite Komponente bauen Sie eine ausdrückliche Warnung ein, bevor die Mythe erwähnt wird. Dadurch werden die Leute gedanklich vorgewarnt und sind deshalb weniger anfällig dafür, durch die Fehlinformation beeinflusst zu werden. Eine ausdrückliche Warnung kann so einfach sein wie "Eine oft gehörte Fehlinformation ist ...".

Als dritte Komponente folgt die Erklärung des Trugschlusses, der in der Mythe zum Verdrehen der Fakten eingesetzt wird. Dies ermöglicht es den Leuten, die Fakten und die Fehlinformation unter einen Hut zu bringen. Ein hilfreicher Rahmen, um Trugschlüsse zu identifizieren, sind die fünf Charakteristiken des Leugnens wisschenschaftlicher Erkenntnisse (zu denen weitere Charakteristiken vor allem unter logischen Trugschlüssen gehören):

Zusammenfassend gilt, dass Sie beim Widerlegen von Fehlinformationen in einem Artikel, in einer Präsentation oder in einer zwanglosen Unterhaltung immer versuchen sollten, mit einer eingängigen Tatsache zu beginnen. Bevor Sie die Mythe nennen, warnen Sie die Leute, dass Sie jetzt eine Mythe erwähnen werden. Dann erklären Sie den Trugschluss, der in der Mythe eingesetzt wird, um die Fakten zu verdrehen.

Ein Beispiel

Hier ist ein Beispiel, wie diese Technik zum Widerlegen eingesetzt werden kann. Angenommen, jemand sagt zu Ihnen, dass die globale Erwärmung eine Mythe ist. Hier ist, wie Sie darauf antworten könnten:

97% der Klimawissenschaftler stimmen darin überein, dass wir die globale Erwärmung verursachen. Dies wurde durch mehrere Studien festgestellt, die unterschiedliche Methoden einsetzten. Eine Umfrage der Universität von Illinois aus dem Jahr 2009 kam zu dem Ergebnis, dass unter den aktiv publizierenden Klimawissenschaftlern 97,4% darin übereinstimmten, dass menschliche Aktivitäten die globalen Temperaturen steigen lassen. Eine Studie der Princeton Universität aus dem Jahr 2010 untersuchte öffentliche Aussagen über den Klimawandel und fand heraus, dass unter Wissenschaftlern, die in der begutachteten Forschung über den Klimawandel publizierten, 97,5% dem Konsens zustimmten.

Ich war Teil eines Teams, das 2013 zu dem Schluss kam, dass unter relevanten Klimastudien, die in einem Zeitraum von 21 Jahren veröffentlicht wurden, 97,1% die menschengemachte globale Erwärmung bestätigten.

Es gibt jedoch eine Mythe, die behauptet, dass es keinen wissenschaftlichen Konsens beim Klimawandel gibt und als Beleg, eine von 31.000 abweichenden Wissenschaftlern unterzeichnete Petition anführt. Diese Mythe setzt die Technik der falschen Experten ein: 99,9% dieser 31.000 Wissenschaftler sind keine Klimaforscher. Als Qualifikation für das Mitunterzeichnen der Petition genügt ein wissenschaftlicher Abschluss. Die Liste enthält also Computerwissenschaftler, Ingenieure und Mediziner, aber nur sehr wenige mit tatsächlicher Expertise in Klimawissenschaften.

Das war's auch schon!

In unserem Onlinekurs Making Sense of Climate Science Denial, widerlegen wir 50 der am häufigsten erwähnten Mythen über den Klimawandel. Jede Lektion folgt der Struktur von "Fakt-Mythe-Trugschluss", in dem wir zunächst die wissenschaftlichen Erkenntnisse erklären, dann die Mythe vorstellen und abschließend erklären, welcher Trugschluss zum Einsatz kommt.

In der sechsten Kurswoche über die Psychologie des Widerlegens, stellen wir auch die Bedeutung einer evidenzbasierten Herangehensweise in Bezug auf die wissenschaftliche Kommunikation heraus. Es wäre schon sehr ironisch, wenn wir die Forschung in unserer Antwort auf das Leugnen der Wissenschaft ignorieren würden!

Hinweis: Seit dem 1. Juli 2015 steht unser Kurs in einer "self-paced" Version zur Verfügung, die jeder in seinem eigenen Tempo durcharbeiten kann, da es keine fixen Abgabetermine gibt. Anmeldungen sind hier möglich.

Die englische Version dieses Artikels wurde zuerst von The Conversation veröffentlicht. Lesen Sie hier den Originalartikel, geschrieben von John Cook, Climate Communication Research Fellow an der Universität von Queensland.

Translation by BaerbelW. View original English version.



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